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Dienstag, 12. Dezember 2017, 09:14 Uhr

Containerbüro der Bauleiterassistentin /Administration

Frank B.
Kapitel 5

5.35 Uhr Frank B. richtet das Containerbüro weiter ein. Um 6.00 Uhr hat Barbara D. ihren ersten Arbeitstag, im Baumarkt. Als seine Bauleiterassistentin /Administration.

Noch sind alle Ablagen und Fächer leer. Gleich wird er mit ihr die ganzen Unterlagen aus seinem Büro“ Warenannahme“ rüberschaffen. Die sich mit dem Neubau befassen. Der Naschubu -Naturschutzbund- hat sich für 8.00 Uhr angesagt. Zur Gestaltung der Heckenkirsche und Behausung der Kleintiere macht er Vorschläge. Die Baugenehmigung der Rechnungsabteilung erwartet er am späten Vormittag. Die ersten Lieferanten stehen vor dem Tor, das sich um 6.00 Uhr automatisch öffnet. Getränke, Holz, Malerbedarf. Getränke sind auf sein Anraten mit ins Sortiment gekommen. In drei Jahren ist der Umsatz so groß wie bei einem Getränkefachmarkt. Holz aus dem Schwarzwald ist nur 1b Ware. Das Ungeziefer hat in dem warmen Winter viel zerfressen. 14 Tage Stromausfall kamen noch hinzu. Die freie Fresslust zerstörte viel. 1b Ware ist viel Kontrollarbeit. Unbrauchbares kann der Spediteur sofort wieder mitnehmen. Barbara D ist zu früh. Erst übersieht er sie. Doch als sie im Büro neben ihm steht, unterweist er Barbara D. und stellt den Arbeitsablauf wieder her. Die letzen Kartons und Ordner sind im Container als die ersten Lieferanten ablagen.

Der Naschubu inspiziert das gesamte Außengelände. An einen Teil grenzt ein Grundstück, das sie pflegen. Es steht unter Naturschutz. Danach unterbreiten sie Vorschläge. Frank B. freut sich auf den Bau und die Gestaltung der Vogelhäuschen. Am liebsten würde er jedem Vogelpaar ein Eigenheim geben und die Vogelhochzeit ausrichten. Nur was ist mir dem ganzen Vogelmist? Auch hierfür gibt es Tipps. Durch den Anbau „Wareneingang“ wird für den Kundenbereich Fläche frei, so groß wie drei Fußballfelder. Frank B. möchte auf einem Teil eine Zoohandlung angliedern. Die Lieferanten müssen dann in der Hälfte der Zeit abgefertigt werden. So das die Zufahrtswege durch die anliegenden Siedlungen ab 13.00 Uhr, nur für den Kundenverkehr genutzt wird. Zoohandlung, Naschubu, Rechnungswesen, Chef überzeugen, Umsatzerwartung sind noch viele Hürden für den Jogger Frank B. Bisher ist es nur in seinem Kopf und auf ein paar Zeichnungen, die nun im Container sind. Solange die Tochter vom Chef , Katrin, das Personalbüro leitet, wird er wohl nicht Abteilungsleiter werden. Springer, Ideengeber, Umsetzer ohne feste Position seit dem ersten Arbeitstag.

Einmal traf er Katrin im Fitnessstudio. Ihr Aussage ist klar und hart:“ Wer von unten kommt, hat oben nichts zu suchen“. Viel Zeit hat er danach mit Mozart, Goethe, Schiller, Kafka verbracht. Bei dem Volkshochschulvortrag über Nitzsche hat er aufgegeben und wieder die Wirtschaftakademie besucht. Marketing/ Neue Märkte. „Wissen ist Macht“ hat seine Mutter immer gemeint. Katrin Einstellungsphilosophie kann er nicht nachvollziehen. Immer wieder wurden ihm neue Leute vor die Nase gesetzt. Seine Gedanken stocken, als er mit Barbara D. die Kostenkalkulation der Rechungsabteilung durchsieht. 30% mehr bewilligt als beantragt. Auf Anfrage bekommt die Bestätigung. In der Minikantine beim Eintopf, schiebt der Markleiter ein:“ Das hat steuerliche Gründe“. Vor einiger Zeit gab Frank B. ihm eine Abdeckplane um den teuren Wagen des Markleiters vor Vogelkot zu schützen. Dieser war sauer:“ Sportwagen werden gezeigt und nicht versteckt“. Um 17.00 Uhr zog Frank Sportsachen an und joggte heimwärts.

Geistheiler-Seine Haende werden zur zweiten Haut.

Fran B.

Kapitel 4

Samstags um 11.30 Uhr begrüsst ihn der Geistheiler seit vielen Jahren. Immer die sanfte Musik. Im Raum beruhigende Schwingungen. Seine Hände werden zur zweiten Haut. Sie umhüllen seinen Kopf. Ohne ihn zu berühren. Sie gleiten zu den Schultern. An den Armen herunter, den Brustkorb und den Rücken entlang, bis zu den Waden. Heiß ist sein Körper vom Aura putzen. Beim Rausgehen hört Frank noch: „Die Leistenoperation ist fällig.“
Tonnen an Sorgen, Gedanken und Ängste liegen nun in diesen Wunderhänden. Frank ist frei fürs Wochenende. In den Botanischen Burggarten geht er nicht mehr. Das macht Harald der neue Abteilungsleiter Baustoffe/Garten. Frank braucht andere Inspirationen . Als Bauleiter des neuen Gebäudes für Warenannahme ist die Frank Lloyd Wright Ausstellung in Dortmund das richtige.

Am Montag ist er schon früh, viel zu früh, auf der Baustelle und zeigt den Architekten seine erworbenen Anregungen. Die Kostenstelle muss noch zustimmen. Mittags liegt eine Aufforderung in seinem Büro, sofort zum Chef!

Umweltschützer, der Naturschutzbund und der Parteivorsitzende der Grünen erstarren bei seinem seinem Eintreten. Schlangenlederschuhe, beiger Anzug, graue Krawatte. Frank zeigt seine Änderungen mit einem Projector. Die begrünten Fahrbuchten für die LKWs. Auf den Erdwällen dazwischen sind Begrenzungssträucher. Frank zitiert:“ Die Gemeine Heckenkirsche ist ein robuster Strauch,bis zu 3 Meter hoch. Die roten Beeren sind Vogelnährgehölze. Die Blüten des Strauches erscheinen im Mai und sind gelblich/weiß. Die gegenständigen Blätter sind beiderseits weichhaarig. Die Bepflanzungsfläche ist so groß wie ein Tennisplatz.“ Die fragenden Mäuler bleiben stumm.
Frank dreht sich einmal um sich selbst und geht. Alle Augen starren auf seine Schuhe.

Harald hat eine lange Liste mit Vergleichsdaten der Heckenkirsche. Vogelarten, die sich davon ernähren, liefert der Zoo. Der Garten – und Landschaftsbaubetrieb nennt die Pflegekosten. Der Technische Überwachungsverein –TÜV- ist einverstanden. Die Berufsgenossenschaft fordert Hinweisweisschilder, weil die roten Beeren für Menschen giftig sind.

In seinem Büro zieht sich Frank um. Putzt über die Schuhe und stellt sie in den Schrank.

Fitnessstudio, botanischer Garten und Psychologen?

Frank B.

Kapitel 3

Frank B. hat instinktiv den Leerlauf beibehalten als Harald A. ihm seinen Job neu definiert. Wareneingang, Warenausgang, Lieferantenbetreuung. Frau Müller wird nun die Assistentin von Herrn A.. Franks Arbeitszeit verschiebt sich um zwei Stunden nach vorne. 6.00 Uhr wenn noch keiner im Baumarkt ist, kommen die Lieferanten. Meistens laden sie selbst ab. Wenn es schnell gehen muss, hilft Frank B. Von der Laderampe kann er direkt auf die Autobahnausfahrt schauen. Oft sieht er Katrins Auto um diese Zeit stadteinwärts nach Hause fahren. Den weißen Porsche Carrera. Um 17.00 Uhr ist er meistens daheim. Mit der neugewonnenen Zeit weiss er nichts anzufangen. Im Botanischen Burggarten hat er nichts mehr zu tun. Das macht nun Harald.

Die meisten der Abteilungsleiter haben es nicht mal ein Jahr geschafft. Dann war er es wieder für ein paar Monate.

Wie jetzt hat er lange nicht mehr gearbeitet. Das Abonnement im Fitnessstudio lässt er ruhen. 30 Zementsäcke tragen, ist wie Hanteltraining. Dass er wieder einmal übergangen wurde, macht ihn wütend. Zum Psychologen möchte er noch nicht! Vielleicht ist ja Marathonlauf das Richtige. Kondition und Ausdauer, das fehlt ihm noch zu seiner Kraft. 4.00 Uhr, der Wecker bringt ihn auf die Straße zum Wald. Lauf, lauf! Atmung kontrollieren. Atmung und Schrittlänge in eine 12er Zeit bringen. Das macht 7,5 Kilometer in 90 Minuten. In der Firma duschen und frühstücken und dann kommen schon die ersten Warenlieferungen. Abends nimmt er meistens die Öffis- mal die Bahn oder den Bus.

In der Warenannahme liegt eine Nachricht. Sofort ins Personalbüro kommen. Katrin fragt ihn intensiv aus über Harald A.. Frank spricht über seine neue Tätigkeit und verweist auf zwei Verbesserungsvorschläge die er bei den zuständigen Abteilungen eingereicht hat. Katrin ist sauer. Frank schließt mit der Bemerkung ab, dass sich die Bereiche Warenlieferung und Abteilungsleiter Garten/Baustoffe nicht schneiden. Frank B. dreht sich einmal um sich selbst und geht. Katrins Blick geht auf seine perlmuttfarbenen Schuhe ohne Kratzer. Wie ist das möglich bei dieser Arbeit? In einen Minibüro direkt an der Rampe wechselt Frank B. die Schuhe und poliert den Perlmuttglanz bevor er sie zurück in den Karton stellt. Kittel drüber und LKWs ausladen.

Mein Leben ist eine Beschreibung

Frank B.
Kapitel 1

Die Kundin schaut auf die Schuhe.
Matt Rot. Wie Radieschen. Grässlich in 48. Als ihr Kehlkopf ihre Stimmbänder nicht mehr blockiert, richten sich ihre Augen zu dem riesigen Mann herauf. Frank B. liest sie laut vom Kittel. Wo ist rote Beete? Nicht hier bei Zement und Baustoffen. Gleich neben der Info in der Gartenabteilung. Dem fehlt wohl die richtige Frau. Diese Kombination bei dem G..., das Gesicht hat sie doch gar nicht wahrgenommen von Frank B. Ihr Mann würde so nie herumlaufen. Frank wird zu Kasse gerufen. Ein Kunde hat den Stiel von der Axt verloren. Einer sehr teuren. Frank lächelt der Frau mit den Rosen zu, die eigentlich rote Beete sucht. Füße so groß wie der Einkaufswagen und rot. Durch den Kassenzettel lässt sich die Verkäuferin erkennen, der stiellosen Axt. Diese fand ihn neben dem Regal in dem Fäustel liegen. Der Kunde war erbost. Schaute auf Franks Schuhe und murmelte: Das wäre meiner Frau nie passiert.

Jetzt noch die Kassen abrechnen und dann raus hier. Kilometer um Kilometer ist er heute durch den Baumarkt gegangen. Die Beine hochlegen und Mon Cherie genießen die mit der edelen Kirsche. Guten Morgen Herr B. hörte er aus dem Bürotrakt. Er geht weiter zum Lieferanteneingang. Guten Morgen Herr B. wurde es hallend. Katrin die Personalchefin stand neben ihm. Aha, der Lieferschein war ihm wichtiger. Kommen sie baldmöglichst in mein Büro, Herr B. befahl sie.

Nach drei Tagen wurde ihm ein Termin mit der Hauspost zugestellt. Sein Chef erwarte ihn. Im seinem Büro zog Frank den blauen Nadelstreifen an, dazu die passenden Schuhe in Brombeere. Die Krawatte mit Fliedern bekam er von einer Baumschule, vor vier Tagen.

Der Chef wartet schon. Dieser stellte auch gleich seine Tochter Katrin vor. Sie sollten in Zukunft enger mit der Führungsetage arbeiten. Sie haben sich doch als Abteilungsleiter beworben. Der Chef mustert ihn streng. Setzen, kommt der Befehl von Katrin, wir uns hin. Kaffee Herr B.? Nein lieber Hibiskusblütentee. Die Sekretärin schüttete allen Kaffee ein. Frank riecht an der Tasse und stellt sie zurück. Was sind ihre Aufgaben bei der Expansion in der Garten/Baustoffabteilung? Frank holt aus und endet noch vor dem Mittagessen. Die letzte Frage kommt von Katrin: Familienstand? Frank steht auf, dreht sich einmal um sich selbst und geht.

Nach dem Essen liest Katrins Vater in den Unterlagen Garten/Baustoffe. Was hat sie bloß, meine Katrin. Warum kann sie die Stelle nicht besetzen? Drei Abteilungsleiterstellen sind bis zum Sommer ausgeschrieben. Als Katrin beim Abendessen nur kurz angebunden ist, kann er nicht mehr fragen.

Affen wie Schimpansen. Gorillas, Mozillas

Frank B.

Kapitel 2

Rapport beim Chef, samt Tochter. Einmalig. Frank hängt den Anzug zurück in den Schrank. Die Sohlen der Schuhe reinigt er noch. Die Krawatte in den Werbekarton. Frau Müller, seine engste Mitarbeiterin legt zwei Brötchen auf den Konferenztisch. Remoulade und Senf dazu. Seine Gedanken gelten dem Lieferanten, Krokusse und Bananen. Containerware zum Zehntel vom bisherigen Preis. Ab nun sollte er mehr mit anderen Abteilungen zusammen arbeiten. Er lässt das Angebot kalkulieren. Zwei Monate Verkaufsfrist steht drunter. Ab dem dritten 30% Verlust. Ab dem fünften Lagerware mit 65 ¤ Kosten pro Tag. Sein Bauch rumort. Bisher hat er das alleine entschieden. Frank geht durch die Abteilung um nach eine Präsentationsfläche Ausschau zu halten. Bananenstauden?

Eine Aktion mit dem Zoo zusammen. Schimpansen. Gorillas, Mozillas, nein wer hat schon Affen daheim die mit Bananen gefüttert werden? Trendy Balkone mit Stauden! Oder gar im Badezimmer als Subkulturen! Freie Lieferung zur Finca auf Mallorca nur im Prospekt als Aufmacher. Was die Werbeabteilung wohl dazu meint. Die Antwort ist ein Kompromiss. Die Innenseite des Prospekts wird dann halbiert. Niekelsen, das Marktforschungsinstitut, schrieb in einer Ausgabe vom letzten Jahr: Zunehmender Absatz in Süddeutschland, Bayern. Der Zoodirekter meldet zwei willige Orang Utans und eine Pflegerin für zwei Tage. Das Veterinäramt hat keine Bedenken. Werden die Printmedien darüber berichten, ohne Anzeigen zu schalten. Einem Hochseilgarten ist an einer gemeinsamen Werbekampagne gelegen. Affen von Baum zu Baum und danach eine Staude mit Kübel in den Kofferraum und ab zum Schrebergarten. Der Nabu-Naturschutzbund- ist mit einem Info Stand dabei. Greenpeace auch. Die Rechtsabteilung arbeitet die Verträge für die Gruppen aus. Jetzt noch die Kassen machen, dann ab ins heimische Paradies.

Kilometerfressend ist sein Alltag. Morgen läuft die Zementaktion aus. Hallo, tu den Leerlauf rein es ist Feierabend.

Petra: Fakten. Beschreibung über mein Leben

Ein Name, 3 Kinder , Sechsfamilienhauswohnung, Kleinwagen, 2 Freundinnen, 3 Schwestern.

Der Spiegel ist neu. Jeden Morgen sieht er mich. Brünett, grüne Iris, große Ohren. 1,72. Schwangerschaftsfalten auf Brust und Oberbauch. Reiterhosen.

Regelmäßig geht mein Blick in die Kindheit zurück. Knapp 1 Meter hoch, fröhlich, tanzend, pummelig und von allen Pett genannt.

72 cm sind der Unterschied. Viele Kleidergrößen liegen dazwischen. Ab Morgen werde ich mein Leben sortieren nach Zielen die ich erreicht habe und die noch vor mir liegen.