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Dienstag, 12. Dezember 2017, 09:20 Uhr

Jack und die Bohnenranke

Theater Duisburg

Jack und die Bohnenranke

Geschichte für Sprecher und Orchester von Andreas Tarkmann

Jack ist ein armer Junge, dessen Streiche seine Mutter oft zur Verzweiflung treiben. Eines Tages schickt sie ihn zum Markt, um dort ihren letzten Besitz, eine Kuh, zu verkaufen. Auf seinem Weg begegnet Hans allerdings einem Fremden, der ihm fünf magische Bohnen für die Kuh anbietet. Ohne Zögern nimmt Hans den Handel an. Natürlich ist seine Mutter davon nicht begeistert. Sie schreit ihn an, wirft die Bohnen aus dem Fenster und schickt Hans ohne Essen ins Bett. Am nächsten Morgen ist aus den Bohnen eine gewaltige Bohnenranke gewachsen, die bis in den Himmel reicht. Neugierig klettert Hans die Ranke hinauf und gelangt in ein Land in den Wolken, die Heimat eines Riesen.

Eine spannende Geschichte im Konzertsaal für Menschen ab 7 Jahren.

Die Aufführung:

Der Märchenerzähler Jörg Schade winkt Andreas Tarknmann auf die Bühne auf dem ein großes Orchester mit Pauken, Trompeten, Triangel, Geigen und vielen anderen Instrumenten bereit ist Töne der einzelnen Figuren wie der Riesen zu spielen.. Töne für Jack, seiner Mutter, das Glück und alles was im Märchen vorkommt.

2 Monate hat Andreas Tarkmann der Musikprofessor an dem Märchen geschrieben. Das Märchen immer wieder und wieder mit jedem Instrument gespürt. Der 56 jährige erlebt wie in vielen Märchen die er intoniert hat seine Kindheit als Wunder einer unbeschwerten Zeit in der Computer und Handy nicht mal als Wörter existierten. Dieses Leichte hören wir im Theater bei der Uraufführung. Einmalig soll es nicht bleiben. So etwas ist selten jedoch immer wieder von allen Orchestern und guten Sprechern für Hörer ein Zauber



Prof.Andreas N. Tarkmann, Komponist  -  Francesco Savignano, Dirigent  -  DR. Alfred Wendel, Intendant  -  Theresa Schwär, Konzertpädagogin 




taftgel Georg und Prof. Andreas N. Tarkmann im Gespräch
 



 von den Duisburger Philharmonikern
Jack und die Bohnenranke                        (Nach einem Märchen aus England)

  Vor langer Zeit lebte in England eine Witwe mit ihrem Sohn Jack. Sie
waren arm. Sie hatten nur eine einzige Kuh. Eines Morgens gab die Kuh
keine  Milch  mehr. Ob  sie  wohl  krank war? Jack  und  seine  Mutter  be-
schlossen die Kuh zu verkaufen. So machte sich Jack auf den Weg zum
Markt. Unterwegs traf Jack einen seltsamen alten Mann. Der sprach zu
Jack: „Gib mir die Kuh für diese fünf  Bohnen!“ –  „Fünf  Bohnen für eine
Kuh!“, rief Jack. „Das wäre ein schlechter Tausch!“ „Aber das sind Zau-
berbohnen“, sagte der alte  Mann, „sie werden dir Glück bringen!“ Jack
ließ sich überreden. Zu Hause erzählte er alles seiner Mutter. Die wurde
sehr zornig. Was sollte sie auch mit fünf Bohnen anfangen? Wütend warf
sie  die  Bohnen  aus  dem  Fenster. Jack  musste  ohne  Abendessen  ins
Bett. Am nächsten Morgen schaute Jack aus dem Fenster. Es war herrli-
ches Wetter. Aber was war denn das? Auf dem Hof  stand eine  riesige
Bohnenranke. Sie war über Nacht bis über die Wolken hinauf gewach-
sen. Neugierig kletterte Jack die  Bohnenranke hinauf. Endlich erreichte
er die Wolken. Er wanderte auf einer weißen Wolkenstraße entlang bis
zu einem großen schönen Schloss. Vor dem Schloss  saß eine  riesen-
große  Frau. Jack grüßte sie höflich. Er bat  um ein Frühstück. „Frühstü-
cken willst  du?“, brummte  das  Riesenweib. „Du wirst  gleich selbst  ge-
fressen werden. Mein Mann ist  ein Oger, ein Menschenfresser. Er ver-
schlingt  am  liebsten  kleine  Jungen. Verschwinde  schnell,  ich  höre  ihn
schon  kommen!“  Jetzt  hörte  Jack  die  Schritte  des  Riesen: bum,  bam,
bum, bam.                                          
   Sie  kamen immer näher: bimbadabum, bimbadabum. Die  Riesin rief:
„Schnell, in den Ofen mit dir, sonst frisst er dich!“ Jack kroch in den Ofen.
Er hörte den Riesen schreien:
   „Fi, fei, fo, fann,
   ich rieche das Blut von ‘nem kleinen Mann!”
„Unsinn,  Mann!“, sagte die  Riesenfrau, „es  riecht  noch  nach dem Jun-
gen, der dir gestern so gut geschmeckt hat!“ Der Riese beruhigte sich. Er
setzte  sich  an  den  Tisch  und  verschlang  zwei  Kühe  und  vier  Ziegen.
Dann  holte  er  zwei  Goldsäcke hervor. Er zählte die Goldstücke und
schlief dann ein. Jack schlich sich aus dem Ofen. Er ergriff einen Gold-
sack  und  rannte  die  weiße  Straße  entlang  bis  zur  Bohnenranke.  Dort
warf er den Goldsack hinunter und kletterte schnell hinterher. Wie freute
sich da seine Mutter! Nun hatte das armselige Leben ein Ende.
   Aber nach einigen Monaten war das Gold zu Ende. Da beschloss Jack
noch einmal in das Schloss des Riesen zu gehen. Und so kletterte er ei-
nes  Morgens wieder an der Bohnenranke  hinauf. Wieder  kam  er zum
Schloss des Riesen, wieder versteckte er sich im Ofen und wieder hörte
er die Schritte des  Riesen: bum, bam, bum, bam, bimbadabum, bimba-
dabum. Der Riese schnüffelte umher und rief:
   „Fi, fei, fo, fann,
   ich rieche das Blut von ‘nem kleinen Mann!
   Ist er lebend oder tot,
   ich fresse ihn zum Mittagbrot!“

                                       
   Die Riesenfrau beruhigte ihren Mann. Er setzte sich an den Tisch und
verschlang fünf große Forellen und einen Ochsen. Dann sagte er: „Frau,
bring  mir  die  Henne  her, die  goldene  Eier  legt!“  Die  Frau  brachte  die
Henne  herein. Die legte gleich ein goldenes  Ei. Nun hielten die  Riesen
ihren Mittagsschlaf. Jack nahm die Henne unter den Arm und rannte so
schnell er konnte nach Hause. Von nun an lebten Mutter und Sohn als
reiche Leute. Aber Jack dachte immer an die Schätze im Schloss  des
Riesen. Es gab ihm keine Ruhe. Endlich kletterte er zum dritten Mal die
Bohnenranke hinauf. Wieder versteckte er sich im Schloss des  Riesen.
Er hörte den Riesen heimkommen: bum, bam, bum, bam, bimbadebum,
bimbadabum. Der Riese schrie: „Fi, fei, fo, fann, ich rieche das Blut von
‚nem kleinen Mann!“
   Der  Riese verschlang sein Essen. Dann sagte er mit  müder Stimme:
„Frau, bring mir meine goldene  Harfe!“  Die  Harfe spielte von allein eine
wunderschöne  Melodie.  Die Riesen schliefen  ein.  Beinahe  wäre  Jack
auch eingeschlafen. Aber er riss die Augen auf, schnappte sich die gol-
dene Harfe und rannte aus dem Schloss. Der Riese erwachte und rannte
hinter  Jack  her.  Die  Riesenfrau  rief:  „Haltet  den  Dieb!“  Jack  kletterte
schnell die Bohnenranke hinunter. Er nahm die Axt und schlug die Ran-
ke ab. Die große Pflanze erzitterte. Dann fiel sie aus den Wolken herun-
ter. Der Riese, der noch weit oben in der Ranke hing, stürzte herab und
starb. Jack und seine Mutter lebten glücklich zusammen. Und wenn sie
nicht gestorben sind, so leben sie heute noch.
                                            bearbeitet von Günther Fugmann

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