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Dienstag, 12. Dezember 2017, 09:02 Uhr

Die Oberhausener Johannes-Passion

Die Oberhausener Johannes-Passion

 Programmtext vom Theater Oberhausen

Joan Anton Rechi kam schließlich eine phantastische neue Idee: Was würde passieren, wenn Jesus Christus heutzutage durch Oberhausen ginge?
„Ich folge dir gleichfalls mit freudigen Schritten und lasse dich nicht, mein Leben mein Licht. Befördre den Lauf und höre nicht auf, selbst an mir zu ziehen, zu schieben, zu bitten.“ – Am Karfreitag des Jahres 1724 wurde Bachs Johannes-Passion in der Leipziger Nicolai-Kirche uraufgeführt.

Noch schien man die Leidensgeschichte der Welt harmonischer darstellen zu können als in der 1729 folgenden Matthäus-Passion. Noch schieben sich liebliche Texte von spät-barocken Lyrikern in den Arien zwischen den Bibeltext. Johann Sebastian Bach (1685-1750) hatte es geschafft, einige der besten Dichter seiner Zeit für dieses Projekt zu gewinnen.
Für das Theater Oberhausen haben wir etwas ähnliches versucht und den Schriftsteller Lothar Trolle gebeten, Texte/Szenen für unsere Oberhausener Johannes-Passion zu schreiben. Es bleibt dabei wenig Zeit: Kaum biegt man von der Marktstraße nach links ab, dann kurz über den Bach Kidron zur kleinen palästinensischen Parkanlage, kaum hingesetzt, kommt auch schon wieder die Polizei. Kontrolle. Ausweise bitte. „Wen aber suchet ihr?“ Schon klar: Jesu von Nazareth.
„Na, dann komm mal mit, Jesus.“ Verhaftung.
So beginnt also die Johannes-Passion. Auch bei uns. In Oberhausen.

Autor: Lothar Trolle, Regie: Joan Anton Rechi


Jürgen Sarkiss, Mascha Bohn

Foto Rainer Schlautmann


Premierebericht

Schnell sind 2000 Jahre nicht gespielt.

Jesus hat eine Reform des Judentums angestrebt

Was führt der Regisseur Lothar Trolle auf, in dem er die

Kreuzigung Jesus in den Hinterein /ausgang des

Oberhausener Hauptbahnhofs verlegt?

Ein profitgeiler Bestatter, eine kaufsüchtige Maria Magdalena

rattert Aldi Angebote, Fahrgäste eilen zu den Zügen.

Jesus gewandet, verliert Jeans und Pullover, in der Nähe

vom Willy Brand Platz, dem Bahnhofvorplatz.

Hartz IV, weiß Judas zu berichteten,

trennt Ehen räumlich

Oberhausen ist religiös kein Niemanndsland

mehr seit dieser Premiere.

Im Lifestyle der heutigen Zeit ist Veränderung mit

Anpassung im Wettbewerb, Religionen die sich annähern

verlieren ihr Publikum.

Diese Vision fasziniert dramaturgisch von

Tilman Raabke und musikalisch von Otto Beatus.

Applaus für mehr als 8 Vorhänge


Nora Buzalka, Jürgen Sarkiss, Susanne Burkhard, Statisterie 
Foto Rainer Schlautmann

Ein Mitschnitt von der Premiere-gekürzte Fassung


Die Rechte für den Mitschnitt liegen beim Theater Oberhausen


                          

                                                 Tilman Raabke im Gespräch mit taftgel Georg



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