Taftgel.de Radio    Kleinkunst   Moderation    

Willkommen bei Taftgel.de
Dienstag, 12. Dezember 2017, 09:08 Uhr

Romeo und Julia des Balkans

Programmtext vom Theater Oberhausen zu Romeo und Julia:

 

Summer in the City. Glühende Hitze auch dort in der Stadt, wo der Müll zusammengeschüttet wird und sich auftürmt  zu einer Deponie von zurückgelassenen Dingen. Die junge, aus Belgrad stammende Regisseurin Ana Tomovic erzählt die tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julia in einer magischen Welt der hitzigen Temperamente – in einem imaginären Balkan. Selbstbewusst tragen die Capulets und Montagues, „zwei Familien hier von gleichem Stand“, die weggeworfenen Kleidungsstücke auf, reparieren, basteln und improvisieren ihr Leben zwischen den Fundstücken. Rivalen um das beste Stück sind sie – und stolz. Doch dann tritt Romeo auf, der von etwas ganz Anderem besessen ist: Romeo ist unsterblich verliebt. Sein Freund Benvolio weiß Rat: Beim Fest der Capulets könnte Romeo seine Angebetete sehen. Und in aller Ruhe mit anderen vergleichen… Romeo ist empört: „Niemals sah ein Licht / ne Schönere als die, die mich zerbricht.“ Romeo redet von – Rosalind. Mit Freunden scherzt er: „Noch tiefer sinke ich. / Der Liebe dunkles Weh ist meine Last.“ Er ist aufgeräumt, spricht frevlerisch vom „Leben voll Verachtung“ und treibt seine Kumpane dennoch an. Der alte Capulet lärmt im Partytrubel als freundlicher Gastgeber herum. Und dann Romeo: „Wer ist die Dame, die dort ihre Hand dem Ritter reicht?“ Er tritt auf Julia zu. Und redet, wie das so ist, vollkommenen Schwachsinn: „Beschmutzt hier meine unwürdigste Hand / dies Heiligtum, so ist das kein Vergehn. / Mein Lippenpaar, zwei Pilger durch dein Land, / will mit dem Kuß dies Rauh zu Sanft verdrehn.“ Und Julia: „Ihr küsst, wies aufgeschrieben ist.“ Aber schon werden sie unterbrochen von Tybalt, einem der Capulets. Und die schönste aller Liebesgeschichten rast ab dieser Sekunde ihrem traurigen Ende entgegen.

Björn Gabriel, Angela Falkenhan

Regie Ana Tomovic Bühne Numen Kostüme Momirka Bailovic Musik Silence Dramaturgie Hannah Schwegler / Tilman Raabke Mit Angela Falkenhan (Julia, Capulets Tochter), Karin Kettling (Julias Amme), Elisabeth Kopp (Lady Capulet) / Mohammad-Ali Behboudi (Montague), Björn Gabriel (Romeo, Montagues Sohn), Martin Hohner (Tybalt, Neffe der Capulets), Caspar Kaeser (Benvolio, Romeos Freund), Henry Meyer (Prinz von Verona), Jürgen Sarkiss (Mercutio, Verwandter des Prinzen und Romeos Freund), Hartmut Stanke (Lorenzo), Peter Waros (Graf Paris), Michael Witte (Capulet)

Romeo und Julia

Pressegespräch kurz vor der Premiere

 Regisseurin Ana Tomovic,  Dramaturgen Hannah Schwelger und  Tilmann Raabke


Hass und Gewalt steht der Liebe entgegen. Am Ende steht der Tod. Die Liebe wird sterben, meint Hannah Schwelger.Hannah Schwelger fragt Ana Tomovic: “Wie blickt die Regie auf diese Stück“? Diese Inszenierung von Romeo und Julia soll eine imaginäre Balkangeschichte sein. Die Inspiration kommt von kleinen Leute die im Bürgerkrieg um einen Lebensrahmen kämpfen. Geschehnisse plazieren sich neben Hass. Deshalb findet die Liebe keinen Raum. Nur der Himmel ist eine Verewigung der Liebe.
Ana Tomovic weiter... vergleicht die Musik mit Federico Fellinis großartigen Filmen.  Die Musik für ihre Premiere 'Romeo und Julia' kommt von der Gruppe Silence* (frei übersetzt ' Stille, Geräuschlosigkeit') sie waren bei keiner der Proben  und werden auch nicht bei der Premiere dabei sein werden.
Timann Raabke meint William Shakespeare hätte bei Dante abgekupfert, festgemacht an den Comic Reliefs, komischen Momenten. ( Dante Alighieri bekanntester italienischer Dichter und Philosoph im späten Mittelalter lebte 300 Jahrhunderte früher, 1265-1321). Romeo und Julia waren dumm am Lagerverhalten festzustellen ähnlich wie in der '68igern „Freie Liebe gegen das Establishment“.

Sven Jonke beschreibt das vom ihm kreierte Bühnenbild so 'einen zentralem Haufen Müll'.


Angela Falkenhan, Peter Waros

 

  

Michael Witte, Angela Falkenhan




Elisabeth Kopp (Lady Capulet), Angela Falkenhan (Julia, Capulets Tochter), Karin Kettling (Julias Amme)

 


  

Angela Falkenhan (Julia, Capulets Tochter), Björn Gabriel (Romeo, Montagues Sohn)


 


  

Michael Witte (Capulet), Angela Falkenhan (Julia, Capulets Tochter)

   

 Elisabeth Kopp (Lady Capulet), Angela Falkenhan (Julia, Capulets Tochter), Karin Kettling (Julias Amme)

 obrige Fotos Axel J. Scherer Theater Oberhausen

Die Premiere

Kleiderhaufen, Supermarkteinkaufswagen, alter Fernseher, eine Standleiter ist das Bühnenbild! Wo soll das sein? Im Balkan die italienische Stadt Verona die William Shakespeare erdachte? Pappnasen in der Gesichtern der Darsteller. Helau, Lumpenkarneval. Mini Moped mit Stützrädernund Elektromotor gefahren vom Prinzen.Julia in blau, grauen Kleidern und Gummistiefeln turnt auf der Leiter. Ihre Mutter redet “ Wie stehst du dazu Frau zu sein,“ auch ich war keine Jungfrau in deinem Alter. Julia,“ ich hab mir noch keine Gedanken gemacht. Ja, die Mutter meiner Liebe heißt Hass“. Das Bühnenbild erscheint bei Monologen peinlich. Tybald der Bösewicht überzeugt in Aussprache und Gestik. Die Hochzeitskutsche ist ein Klapprad mit Konservendosen. Edelmann von Adel schwärmt Julias Vater, doch Julia will ihn nicht heiraten. „Also Kuh auf die Weide schimpft er“. Julia will scheinbar sterben mit Gift aus der Plastikflasche. Postmodern. Julia begeht Selbstmord und Mord an Romeo. Ein dramatischer Beginn mit melancholischem Ende.

 

Das Interview dazu mit der Dramaturgin Hannah Schwegler


www.theater-oberhausen.de

 www.silence-zone.com

 Vergleichbare Handlung:

Das Buch von Theodor Fontane Effi Briest erschien 1895 www.taftgel.de/article.php/Das-Buch-ist-ein-kalkulierter-Skandal

William Shakespeare veröffentiche dieTragödie Romeo und Julia1597

Timann Raabke der Chefdramatur am Theater Oberhausen meint William Shakespeare hätte bei Dante( 1265-1321) abgekupfert.

 

Romeo und Julia des Balkans | 0 Kommentar(e) | Neuen Account anlegen
Die folgenden Kommentare geben Meinungen von Lesern wieder und entsprechen nicht notwendigerweise der Meinung der Betreiber dieser Site. Die Betreiber behalten sich die Löschung von Kommentaren vor.